Themenblock 3

Ganz schön verspätet versuche ich mich nun daran, den letzten Themenblock zu rekonstruieren und reflektieren. Das fällt mir gar nicht so leicht, da ich mich die letzten zwei Wochen so gut wie kaum mit dem SOOC beschäftigt habe. Ich möchte mich auch gar nicht raus reden, dass ich keine Zeit hatte, denn die haben wir doch alle nicht. In den ein oder anderen Blog von meinen mit-SOOCern habe ich mal reingelesen, selbst allerdings noch keins von den vielen neu kennengelernten Learning-Tools ausprobiert.

Im Bereich E-Learning gibt es so viel zu entdecken und auszuprobieren, sodass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ganz schmackhaft erscheint mir neben dem Open Knowledgeworker, welchen Jenny Weber von Chemmedia am 10.12. in einer Live-Session sehr anschaulich und interessant vorgestellt hat, Diigo – ein “multi-tool for knowledge management” wies es auf der Startseite beschrieben wird. Man kann damit Lesezeichen für Webseiten setzen – nichts neues, ich weiß, aber außerdem besteht die Möglichkeit, diese Texte zu markieren, Kommentare daneben zu schreiben und das ganze auf seinem eigenen Diigo-Account zu speichern. Klingt toll, schließlich muss man dann nicht mehr hunderttausend Seiten ausdrucken und Textmarker und Bleistift rauskramen, sondern kann das Ganze ganz unkompliziert online machen. Bloggerin Ejuba scheint sehr begeistert und schreibt: “Das soll hier keine billige Werbung werden, aber Diigo hat mich überzeugt. [...] Eine tolle Erfindung”. Auch Rainer Reitz von Computerwoche empfiehlt Diigo mit folgenden Worten: “Diigo eignet sich ideal für die beiläufige Erfassung und Kommentierung von relevanten Textbausteinen, die im Anschluss ausgewertet und zum Beispiel für einen Bericht zusammengefasst werden sollen”. Überall wird die einfache Handhabung und Nützlichkeit gelobt. Vor allem Studenten profitieren von diesem Tool stark, da Texte wie bereits erwähnt nicht mehr ausgedruckt werden müssen, um mit ihnen zu arbeiten. Das spart eine Menge Papier und Druckerpatrone. Ein weiterer Pluspunkt für Diigo ist die Vernetzung. Personen könne sich verlinken und gemeinsam Texte bearbeiten und diskutieren
Kritische Stimmen zu Diigo werden kaum laut. Bloggerin Ejuba stört es lediglich, die Seite nicht nochmals samt aller gesetzten Highlights aufrufen zu können und auf der Website netzwelt.de wird angemerkt, dass das Tool nur in englischer Sprache verfügbar ist. Das muss nicht zwingend ein Nachteil sein, da in der heutigen Zeit viele Leute gut englisch sprechen. Doch wird es gewissen Personengruppen somit dennoch erschwert, das Tool zu nutzen. Ich denke dabei an meine Mutter, die als Lehrerin auch viel mit Texten im Internet arbeiten muss, deren englisch jedoch leider nicht das beste ist.

In dem folgenden Video ist sehr schön erklärt, wie Diigo funktioniert und was es alles kann:

 

Weitere interessante E-Learning Tools wären Wunderlist oder Storify.

Fazit

Ich denke, dass sich das Nutzen von E-Learning Tools in Zukunft sehr gut durchsetzen wird. Es stellt eine interessante und zeitgemäße Ergänzung zum Schulunterricht dar und kann viele Dinge erleichtern. Lerninhalte können anschaulich(er) dargestellt werden und das Arbeiten in der Gruppe wird gefördert.

Auf der Seite diepresse.com ist zu lesen:

“Trotz der Euphorie rund um technische Innovationen ist es entscheidend, das Lernen und nicht die Technologie in den Vordergrund zu stellen“, betont Nagl [Landesschuldirektor in Österreich]. Technologie könne immer nur als ein Werkzeug verstanden werden und dürfe den Lernprozess nicht dominieren, sondern müsse ihn verbessern.

Ich denke, das Lernen zu verbessern bekommt z.B. Diigo sehr gut hin. Diigo ist kein Tool, welches Lerninhalte bereitstellt, sondern diese hilft besser zu organisieren. Durch die einfache Handhabung wird sichergestellt, dass der Lernfokus nicht auf der Bedienung des Tools liegt, sondern rein auf den Inhalten der Webseiten. Somit weist Diigo den Anspruch von sich, den lernprozess zu dominieren.

Nun ist meine Reflexion zum letzten Themenblock viel mehr eine Reflexion über Diigo geworden. Klar ist für mich: spätestens bei der nächsten Hausarbeit bzw. beim nächsten Referat werde ich Diigo nutzen. Die vielen positiven Meinungen haben mich stark überzeugt und da ich auch Student bin, möchte natürlich auch Papier und Druckerpatrone sparen ;)

Facebook und Google – NSA 2.0

Leider wird es nun aus Zeitgründen doch (erstmal) nichts, mit dem versprochenen Open Knowledgeworker-Testbericht. Stattdessen geht es darum, was Facebook und Google eigentlich alles über uns wissen. Aber keine Angst, ganz so schlimm ist wie es in der Überschrift steht, ist es nun auch nicht. Schließlich können wir selbst mit entscheiden, was Facebook und Google über uns wissen (sollen) – aber eine Auswertung der Daten ist doch ganz interessant.

 

Was weiß Google

Liegt Google bei meinem Geschlecht und Alter noch richtig, so kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie es (kann man Google egtl als es bezeichnen?) darauf kommt, dass ich auf Bollywood und südasiatische Filme stehe. Bitte!? Ohne diskriminierend sein zu wollen oder so, aber Bollywood ist wirklich die letzte Kategorie von Film, die mich interessiert. Dass ich bevorzugt französische Filme schaue, ist Google wohl entgangen. Und Computer und Elektronik als weitere Interessen – na, da kann ich mir auch spannenderes vorstellen.

Interessant ist auch, dass Google mitbekommt, dass ich vor kurzem in Norwegen im Urlaub war und dort den Rechner meines Freundes – mit Linuxbetriebssystem – benutzt habe, statt wie üblicherweise Windows. Wann ich wonach auf Google gesucht habe wird mir angezeigt, wobei mich überrascht hat, dass unter häufigste Suchanfragen gleich als erstes “Jakob Kolding” aufgelistet war. Ich musste daraufhin gleich nochmal googeln (googlen?) , wer das überhaupt war – und siehe da: ein Künstler, nach dem ich meiner Erinnerung nach ein einziges Mal im Web gesucht habe. Ist da etwas schief gelaufen bei den statistischen Auswertungen? Durch die Verknüpfung mit YouTube lässt sich auch schnell raus finden, welche Videos ich in der letzten Zeit gesucht und schlussendlich auch angesehen habe.

Im großen und ganzen gab es also nur einige wenige Überraschungen. Klar ist, dass Google die Auswertungen anhand von unseren Suchanfragen und Seitenaufrufen, Klicks auf Werbung etc. erstellt. Dass dabei nicht all unsere tatsächlichen bzw. viel gewichtigeren Interessensgebiete klar zum Vorschein treten, ist verständlich. Wobei man sich vll auch fragen sollte: Wieso? Liegt mein Interessensgebiet nicht vielleicht doch woanders, als ich immer denke? Denn warum sonst suchen wir bevorzugt nach Dingen, die uns unserer Meinung nach geringer interessieren als anderes. Warum weiß Google nicht, dass Nähen zu meinen Interessen zählt? Rufe ich diesbezüglich nie etwas im Internet auf, weil es sowieso ein praktisch orientiertes Interessensgebiet ist und mir das Internet da nur wenig weiterhelfen kann, sondern ich es einfach machen muss. Oder ist es für mich doch weniger interessant, als ich dachte? Nein! Nur weil ich gewisse Dinge selten im Internet aufrufe, sei es, weil ich lieber Freunde dazu befrage, mir Dinge bei Freunden ausleihe, als sie  über Amazon & co. zu bestellen oder sonstiges. Gewisse Daten kann Google aus den verschiedensten Gründen eben doch nicht befassen und kennt uns daher nur minder gut bzw. hat ein verfälschtes Bild von uns.

 

Was weiß Facebook

Im Vergleich zu Google weiß Facebook fast noch besser bescheid – oder hat zumindest ausführlichere Auswertungen betrieben. Mein Alter zum Beispiel – Tag genau wird mir bei der WolframAlpha-Auswertung aufgezeigt, wie alt ich bin und in wie vielen Tagen ich wieder Geburtstag habe. Ich könnte mir nun also eine Art Adventskalender bis zu meinem Geburtstag anlegen. Na, wie wäre das?!

An welchem Wochentag, um welche Uhrzeit poste, kommentiere, teile ich am häufigsten. Habe ich Links gepostet oder Status updates? In welchem Monat sind die Aktivitäten wie oft aufgetreten. Wie oft wurden meine Posts geliked oder kommentiert, wie viele Wörter bzw. Zeichen nutze ich im Durchschnitt für einen Post, und und und. WolframAlpha wertet wirklich ALLES aus. Aber eben alles auch Daten, die ich bewusst auf Facebook online Stelle und die solche Auswertungen ermöglichen. Bezüglich Überwachung kann cih da also niemand geringeren bezichtigen, als mich selbst. Auch die WordCloud, die WolframAlpha erstellt hat, gibt einiges über mich preis…durch mein ‘Verschulden’.

Auch meine Freunde kommen nicht ungeschoren davon. Eigentlich ist es mal ganz spannend, einen Überblick darüber zu bekommen, wie viele der Facebook-Freunde egtl. weiblichen bzw. wie viele männlichen Geschlechts sind und was diese für einen Beziehungsstatus haben. Aber mal im Ernst: wozu? Hätte mir WolframAlpha das nicht aufgezeigt, wäre es mir egal bzw. weiß ich es von den einzelnen, mir wirklich wichtigen Personen ohnehin. Eine statistische Auswertung brauche ich darüber wirklich nicht. In welchen Altersklassen sich meine Freunde bewegen, weiß ich auch und ich weiß es sogar besser. Das Schnubbel Bubbel keine 15 mehr ist und Pre Naz noch lange nicht 85 ist scheinbar nur in sozialen Netzwerken ein Geheimnis. Sorry Facebook, verarscht.

Dass ich mit manchen meiner Facebook-Freunde im realen Leben dann leider doch weniger zu tun habe (mittlerweile – denn ich habe keinen Facebook-Freund, den ich nicht vorher in real irgendwo irgendwann kennengelernt habe) merke ich dann leider doch spätestens an der Stelle, als mir WolframAlpha die häufigsten Nachnamen meiner Freunde aufzeigt. Zwei Leute mit dem Nachnamen Fuchs, zwei mit dem Namen Döring, zwei mit dem Namen Bergmann…und mir fiel jedes Mal nur eine Person zu dem Namen ein. Da musste ich selbst erstmal auf Facebook schauen, wer die jeweilige zweite Person ist. Dies hat mir bewusst gemacht, dass ich mal wieder einige Freunde ‘löschen’ sollte. Raus aus Facebook, raus aus dem Leben, denn mal ganz im Ernst – man ist über Facebook vernetzt, um in Kontakt zu bleiben, aber mit vielen hat man nur noch den Timeline-Kontakt, der manchmal ganz schön nervig sein kann. Mir doch egal, was es heute bei Hinz und Kunz zum Mittag gab. Mails schreibt man sich dann doch nicht. Bei einigen Leuten aus meiner Freundesliste würde mir ehrlich gesagt bestimmt nicht einmal auffallen, wenn sie nicht mehr bei Facebook sind oder mich zuerst gelöscht haben. Ich denke so bei 290 Facebook-Freunden. Ob es meinen Facebook-Kontakten, welche über 1000 Facebook-Freunde haben, auch so geht!? Oder geht es denen mehr darum, Freunde zu ‘sammeln’. Nach dem Motto: wer die meisten Freunde hat, gewinnt.

Wenn man bei der WolframAlpha-Auswertung übrigens auf den Namen eines Freundes klickt, dann kann man auch eine Auswertung derer Aktivitäten (teilweise) einsehen.

 

Fazit

Mein Fazit nach diesen vielen Einsichten: Ich habe durchaus einige neue Dinge erfahren, allerdings nichts, was ich nicht auf irgendeine Weise selbst hätte rausfinden können. Interessant sind solche Informationen sicherlich für Firmen, Unternehmen und Organisationen. Während meines Praktikums am Goethe-Institut zum Beispiel, wurden Facebook-Posts des Instituts bevorzugt vor Feierabend getätigt, da zu dieser Zeit scheinbar die größte Resonanz an ‘Gefällt mir’s und Kommentaren kam. Mit Hilfe einer solchen statistischen Auswertung, die nicht auf einzelne Personen, aber auf verschiedene Personengruppen bezogen ist, könnten die Facebookaktivitäten der Organisationen noch gezielter getätigt werden, um ein noch größeres Publikum zu erreichen.

Facebook und Google wissen jedoch nur, was wir sie auch wissen lassen. Dass diese Daten gespeichert werden ist diskutabel, aber nichts Neues. Wer dies also vermeiden möchte, sollte versuchen seine Aktivitäten in sozialen Ntzwerken einzuschränken. Bzw. falsche persönliche Daten angeben – ich weiß nicht, ob das rechtens ist, die beiden Konzerne scheinen es jedoch nicht zu bemerken oder für weniger relevant zu halten. Ich für meinen Teil sehe jedoch durch diese Auswertung keinen Grund, meine ohnehin geringen Aktivitäten einzuschränken. Ich werde aber demnächst mal meine ‘Freundesliste’ überarbeiten, wies aussieht.

Du willst auch mehr über dich und dein Online-Leben erfahren!? Dann schau mal bei WolframAlpha vorbei.

OER OKW … is klar, oder!?

Nicht?! Na, dann möchte ich mal Licht ins Dunkel bringen. Heute geht es um den Open Knowledgeworker als Open Educational Resource – worüber Jenny Weber von Chemmedia am 10.12.2013 im Rahmen des SOOC1314 berichtet hat.

Open Knowledgeworker ist eine Internetplattform, auf welcher man Lerninhalte erstellen und bereitstellen kann. Jenny Weber definierte es als eine “offene Plattform zum gemeinsamen Erstellen und Verteilen von hochwertigen Lerninhalten für jeden, jederzeit, überall.” Es ist darum jederzeit überall verfügbar, da es sich wie bereits erwähnt um eine Internetplattform handelt und keine lokale Installation notwendig ist. Man registriert sich ganz einfach oder loggt sich, wie soll es auch anders sein, mit seinem Facebook-Account ein und los gehts.

Jeder User hat seinen eigenen Workspace. Diese Arbeitsfläche bietet einem die Möglichkeit, eigene Kurse, Aufgaben und Vortragspräsentationen zu erstellen, zu verwalten, diese evtl. auch anderen zuzuweisen,Tests zu erstellen und das eigene Wissen mit anderen zu teilen. Dabei schließt andere nicht nur, OKW-Mitglieder ein, sondern auch nicht registrierte Personen können bei Bereitstellung auf entsprechende Lehrmaterialien zugreifen. Um auf das Urheberrecht zu achten, können die verschiedenen Inhalte nur unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht werden.

Für Unternehmen ist eine lizenzierte Variante möglich, mit welcher internes Wissen gehandhabt werden kann.

Der Open Knowledgeworker soll den Zugang zu Bildung vereinfachen und verbesseren. Qualität und Effizienz von Lehrmaterialien werden gesteigert und zielen auf eine weltweite Vernetzung von Unis und Studenten hin. In Zukunft soll der OKW noch mehr in Richtung social networking ausgerichtet werden. Persönliche Profile, das Rating von Lerninhalten und eine ausgebaute Facebook-Schnittstelle spielen dabei eine große Rolle.

Eine Altersbeschränkung gibt es für den Open Knowledgeworker nicht. Jeder hat das Recht, sich zu registrieren und mit dem OKW zu arbeiten. Für mich eröffnet sich jedoch der Eindruck, dass bevorzugt Studenten, Lehrkräfte und Firmen angesprochen werden.

Alles in allem war es eine sehr interessante und umfangreiche Einführung in die Arbeit mit dem Open Knowledgeworker. Ich habe selbst gleich Interesse daran bekommen, diesen auszuprobieren und habe mich angemeldet. Obwohl der OKW in der Live-Session sehr komplex wirkte, so wurde er doch gut erklärt. Wenn ich mir das ganze nun aber direkt ansehe, nicht mehr über eine Präsentation mit Schritt-für-Schritt-Anweisung, dann fühle ich mich doch wieder etwas erschlagen an Buttons und Funktionen, die der OKW aufweist. Ob ich mich da zurecht finden werde. Und wo finde ich all die zur Verfügung gestellten Lehrmaterialien der anderen User? Die zur Verfügung gestellten erscheinen auf den ersten Blick etwas mau, vielleicht ist mir während der Live-Session aber auch ein wichtiger Punkt entgangen.

Ich denke, damit der OKW sein Ziel, die offene und freie Wissensvermittlung, -nutzung und -distribution, erreicht und halten kann, sollte dieser einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen. Vielleicht könnte man über Studium Generale, den Career Service oder andere Möglichkeiten Einführungsveranstaltungen anbieten, in welchen der Umgang mit dem OKW erklärt wird. Jeder Teilnehmer müsste am Ende einen eigenen kleinen Testkurs erstellen. Somit lernen Studenten nicht nur die Vorzüge des OKW kennen und verbreiten ihr Wissen darüber bei Freunden und Bekannten, sondern durch die gleichzeitige Einführung wird außerdem die Hemmschwelle genommen, den OKW zu nutzen. Durch die sofortige Anwendung wird ermöglicht, dass man nicht einfach nur zu Hause sitzt, sich registriert, weil man vom OKW Gutes gehört hat und am Ende aufgrund der Komplexität der Plattform doch resigniert, sondern man ist mutiger und offener dafür, sich auszuprobieren und neben dem Testkurs noch weitere Lerninhalte zu erstellen und teilen.

Ich werde es zumindest versuchen und vielleicht verknüpfe ich dies ja mit einer der anderen Aufgaben des SOOC1314, sodass ihr alle über meine gesammelten Erfahrungen lesen könnt.

Wer mehr erfahren und selbst gleich loslegen möchte, sollte diesem Link folgen: http://www.openknowledgeworker.org/

Themenblock II

Im Themenblock II des SOOC1314 drehte sich alles um rechtliche Rahmenbedingungen und persönliche Voraussetzungen. Dies umfasste Open Educational Resources (kurz: OER), Creative Commons Lizenzen, Urheberrecht, Identität im Netz usw. usw.. Auf jeden Fall wieder viel (interessanter) Input.

Auch wenn ich mich in meinen Aufgaben mehr mit der Netzidentität auseinander gesetzt habe, damit, ob Lehrer und Schüler bei Facebook miteinander befreundet sein sollten bzw. wie unsere Welt denn aussähe, würde jeder Mensch plötzlich beginnen einen Blog zu schreiben, so haben mich auf Anhieb erstmal die Creative Commons Lizenzen interessiert.

 

Creative Commons

Das liegt daran, dass ich mir bis zu Beginn/Mitte diesen Jahres eher weniger Gedanken zum Urheberrecht gemacht habe. Klar, mir war bewusst, dass darauf zu achten ist, aber dennoch. Wenn ich ein Bild, welches mir gefallen hat, auf Facebook geteilt habe, habe ich mir eher weniger Gedanken darüber gemacht, was das für Folgen haben könnte. Im Nachhinein betrachtet ziemlich naiv. Erst mit meinem Praktikum ist dieses Thema stärker in mein Bewusstsein getreten. Natürlich kann das Goethe-Institut nicht einfach beliebig bei Google zusammengesucht Bilder auf seiner Webseite veröffentlichen. Stattdessen nutzt es eine Sammlung aus Bildern, dessen Rechte das Goethe-Institut erworben hat und in der internen ‘Colorbox’ zu finden sind. Auch wenn während eines Seminars Fotos gemacht wurden, musste zunächst die Erlaubnis der auf den Fotos Abgebildeten eingeholt werden, um diese letztendlich auf der Webseite oder den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Handelte es sich um ein Fortbildungsseminar, war es kaum der Rede wert – die Betroffenen konnten direkt vor Ort gefragt werden. In einem Seminar für Schüler sah das ganz anders aus. Wenn das Goethe-Institut während eines Seminars Fotos machen wollte, so mussten im Vornherein die Eltern angeschrieben werden und diese mussten ihr Einverständnis dazu geben. Dies umfasst natürlich einen längeren mit Aufwand verbundenen Prozess, weshalb auf solche Fotos in der Regel verzichtet wurde.

Mehr zum Thema Recht am eigenen Bild, worauf zu achten ist und was für Ausnahmen existieren erfahrt ihr hier: Das Recht am eigenen Bild – Fotorecht

Mit dem Begriff Creative Commons bin ich das erste mal in Berührung gekommen, als ich ein Video anlässlich der Jubiläumsfeier des Instituts erstellen sollte. Mhh, wo finde ich Musik, die ich frei nutzen kann, ohne irgendwelche Urherberrechte zu verletzen? Da ich spontan keine Antwort wusste, habe ich einfach mal wild drauf los gegoogelt und bin auf Creative Commons gestoßen. Ich war über das große Angebot an Musiktiteln überrascht und nicht nur dadurch überfordert. Wie, es gibt verschiedene CC-Lizenzen? Was muss ich nun bei Nutzung des Videos genau beachten? Ist dieses Video, das ich erstelle, kommerziell oder eher nicht? Und was passiert, wenn mir bei der Einbindung des Videos doch ein Fehler unterläuft? Fragen über Fragen. Da bedurfte es zunächst einer längeren Einarbeitung meinerseits in das Thema Creative Common. Hätte ich damals schon eine solch schlaue Präsentation gehabt, wie Anjas, dann wäre mir einige Zeit sicher erspart geblieben. Da mein Praktikum leider schon zu Ende war, bevor ich mich dem Thema und somit auch dem Video voll und ganz hingeben konnte, sind am Ende einige Verstehenslücken geblieben. Dank des sooc1314 konnte ich diese nun schließen, denke aber, dass einige Fragen in Zukunft nochmal aufkommen werden.

 

Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Raum

Ein weiteres Thema, welches mich bewegt, ist die Aufklärungsarbeit von Schülern in der Nutzung mit sozialen Netzwerken. Sicherlich gibt es heutzutage schon ein breites Angebot im Umgang mit Computern und wie einzelne Schreibprogramme etc. genutzt werden. Ich denke jedoch, dass in der Hinsicht noch viel mehr geschehen muss. Nicht nur sollen Schüler darüber aufgeklärt werden, welch Auswirkungen ihr Handeln in sozialen Netzwerken auf ihr späteres Berufsleben haben kann, was meiner Meinung nach ein eher zu vernachlässigender Punkt ist. Sondern, und diesem gilt die höchste Priorität, wie verhalte ich mich sicher in sozialen Netzwerken. Wieviel darf ich über mich und vor allem meinen derzeitigen Aufenthaltsort preisgeben. Auch wenn man es selbst nicht tut, so kann man schnell von Freunden auf Facebook verlinkt werden und alle Welt weiß Bescheid, dass ich mich gerade im Rundkino Dresden befinde. Auch vor Cybermobbing sollten Schüler geschützt sein bzw. genug darüber aufgeklärt sein, um zu wissen, welche Auswirkungen es auf Betroffene haben kann bzw., wie man sich als Betroffener verhalten sollte. Erschreckend hoch sind die Zahlen der von Cybermobbing Betroffenen. Durch mehr Aufklärung und Prävention könnte vielleicht das Schlimmste vermieden werden. Um meine Portfolio-Aufgabe hier um einen Punkt zu ergänzen: Cybermobbing ist ein absolutes ja zu Lehrer-Schülerfreundschaften auf Facebook oder in anderen Netzwerken. Denn dadurch besteht die Möglichkeit, dass der Lehrer rechtzeitig auf ein solchses Problem aufmerksam werden und dagegen vorgehen kann.

 

Lebst du noch oder bloggst du schon?

Wie sähe eine Welt aus, in der jeder Steuerberater, jede Erzieherin, jeder Lehrer, jede Professorin, jeder Politiker bloggt?

Eine interessante Frage, zu welcher ich mir zunächst dachte: “Nicht anders als heute”. Immerhin gibts es jetzt schon zahlreiche Blogs von den verschiedensten Leuten, welche nur so darauf warten, von der richtigen Zielgruppe gelesen zu werden. Und in meinem Empfinden hat das die Welt bis dato nicht allzu prägend verändert.

Eine viel wichtigere Frage ist doch, was all diese Leute bloggen würden. Würden sie über private Dinge schreiben oder ihren Job? Wenn letzteres, würden sie Wissen in Bezug auf ihren Job vermitteln (neueste politische Entscheidungen diskutieren oder wissenschaftliche  Forschungsstände veröffentlichen) oder würden sie sich einfach nur über ihren Tag auf Arbeit auslassen? Vielleicht bloggen sie auch über ihre Hobbies oder legen einen Blog an, auf dem man über lokale Ereignisse nachlesen kann.

Zumindest sollte, wenn tatsächlich jeder Mensch bloggen würde, doch noch einmal über einen Internetminister nachgedacht werden. Gewisse Regeln sollten für das Verhalten im Internet, bzw. in Blogs gelten. Beleidigungen oder rassistische Bemerkungen sollten unterlassen werden.

Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass Politiker oder Steuerberater über wichtige interne Dinge schreiben. Ein Steuerberater kann durchaus Tipps auf seinem Blog geben, er wird aber mit Sicherheit nicht so viele Informationen unterbreiten, dass sein Job überflüssig wird.

Jedoch könnte es passieren, dass durch die zahlreichen Blogs Zeitungen und Zeitschriften überflüssig werden. Wozu noch eine Tageszeitung kaufen – der ukrainische Freund hat doch gerade erst die neusten Nachrichten zu den Revolten gepostet, wozu noch eine Fachzeitschrift kaufen, wenn man sich ein Netz aus fachlichen Blogs zusammen sammeln kann.

Eine Frage die jedoch im Raum steht: wird man genug Zeit haben, ALL diese entstehenden und entstandenen Blogs zu lesen bzw. zu kommentieren? Ich persönlich merke jetzt schon, dass meine Bachlorarbeit so viel Zeit frisst, dass das Lesen der Blogeinträge der Sooc1314-Teilnehmer leider etwas kurz kommt. Wenn ich mir nun also erst einmal 10 Blogs durchlesen muss, um einen objektiven Überblick über aktuelle weltliche Geschehnisse zu bekommen, dann greife ich vielleicht doch lieber zu Tageszeitung zurück. Diese kostet im Vergleich zu den Blogs zwar Geld, hat dafür aber die wichtigsten Geschehnisse möglichst objektiv zusammengefasst. Schwieriger verhält es sich mit Lehrbüchern – Bücher, die einm das Stricken beibringen wollen oder das Gärtnern, Rezeptebücher. Denn dazu findet man jetzt schon per einem Mausklick alles, was das Herz begehrt, ohne Geld für ein entsprechendes Buch ausgeben zu müssen.

Aber ansonsten….

Ich denke dennoch weiterhin, dass sich die Welt trotz zahlreicher Blogger nicht stark verändern wird. Abgesehen davon, dass die Menschheit wahrscheinlich immer mehr Zeit vor dem PC verbringt. Doch dazu sind keine Blogs nötig…

Freundschaftsanfrage: Schüler

Ich erinnere mich noch gut daran. Wir entdeckten damals – wir waren in der Kursstufe, als soziale Netzwerke sozusagen noch in den Kinderschuhen steckten – plötzlich das Profil unserer Ethiklehrerin in einem der VZ-Netzwerke. “Waaaaaaaaaaaaas?”, “Haha, was macht die denn hier” und “Komm, wir schreiben ihr mal ‘ne Nachricht” waren da wahrscheinlich die häufigst genutzten Phrasen. Auf jeden Fall waren das Getuschel und die Gerüchteküche stark am brodeln. Ein Lehrer vertreten in sozialen Netzwerken. Das gibt es doch nicht! Aber ist das heutzutage wirklich noch so absurd?

Ich denke, wenn Schüler ihre Lehrer auf Facebook finden, ist die Neugier zunächst immer sehr groß. Man könnte ja was spannendes privates über den Lehrer erfahren. Ob die Englischlehrerin auch Fotos von ihrem letzten Mittagessen postet? Ob sie sich vielleicht sogar darüber beschwert, wie furchtbar lustig Hans-Peter’s Aussprache heute schon wieder war? Und Mensch, die ist ja jünger, als ich gedacht hätte, die Frau Lehrerin! Warum ihr also nicht eine Frenudschaftsanfrage schicken, um mehr herauszufinden. Doch wie ist diese virtuelle Freundschaft zwischen Lehrern und Schülern zu sehen? Sollte nicht eine Grenze zwischen Schule/Arbeit und Privatem gezogen werden?

Ich zähle zu meinem Freundeskreis viele angehende Lehramtsstudenten, die ihre Facebook-Profile mehr oder weniger aktiv nutzen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich noch niemand von ihnen Gedanken darüber gemacht hat, wie sie mit Facebook umgehen werden, wenn sie dann tatsächlich Lehrer sind. Dies ist meiner Meinung nach jedoch etwas, was jeder einmal machen sollte. Deshalb habe ich kurzer Hand eine kleine Umfrage bei Facebook gestartet, was sie zu Lehrer-Schüler Freundschaften auf Facebook halten. Die Resonanz ist bisher gering, eine Freundin schreibt jedoch, sie müsse dann wohl seriöser werden, was Facebook betrifft.

Im Großen und Ganzen würde ich behaupten, dass jeder Lehrer für sich selbst wissen sollte, wie er mit seinem Facebook-Account und auch mit Schülern auf Facebook umgeht. Man mutet ihnen schließlich genug Vernunft zu. Wenn die Schüler einen Einblick in das Privatleben der Lehrer bekommen, ist das durchaus nicht verkehrt. Auch umgedreht gibt es daran nichts auszusetzen. So verstehen sich Lehrer und Schüler in manchen Punkten vielleicht besser und kommen sich in gewisser Weise näher. Ein gutes und gesundes Lehrer-Schüler-Verhältnis wünscht man sich doch. Allerdings sollten die Lehrer darauf achten, dass die Schüler nicht z.B. Bilder von der letzten Party finden, auf der der Lehrer betrunken auf den Tischen tanzt. Dementsprechende Privatsphäreeinstellungen sollten also vorgenommen werden. Schließlich muss man das Foto als Lehrer nicht mal selbst hochladen, sondern muss lediglich von jemandem darauf verlinkt worden sein o.ä. Es ist in jedem Fall darauf zu achten, dass die Autorität des Lehrers nicht untergraben wird.

Auch wie die Lehrerin im Artikel der Süddeutschen Zeitung schreibt, ist es meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit für die Schüler, den Lehrer zu kontaktieren, wenn es Probleme in der Schule gibt. Die meisten Schüler nutzen Facebook nun mal täglich. Da ist es doch am unkompliziertesten, dem Lehrer auch bei Facebook zu schreiben, als extra noch das E-Mailpostfach zu öffnen und die Mailadresse des Lehrers rauszusuchen, die er einem vor 3 Jahren mal beiläufig im Unterricht genannt hat. Die Lehrer, die den E-Mailverkehr bevorzugen, die verweisen die Schüler darauf bzw. antworten nicht bei Facebook, wenn sie dort wegen Problemen angeschrieben werden, sondern haben im besten Fall die Mailadressen aller Schüler und reagieren dann per Mail.

Nachvollziehen kann ich das Verbot Reihnland-Pfalz’s jedoch. Noten oder ähnliche schulische Angelegenheiten sollten nicht über Facebook diskutiert werden. Dazu müsste jedem Schüler die Möglichkeit geboten sein, einen Computer zu besitzen ud sich bei Facebook anzumelden. Um Benachteiligungen zu vermeiden. Man kann jedoch nicht von jedem Schüler verlangen, sich einen Facebook-Account zuzulegen. Schule ist eben doch immer noch Schule und sollte nicht zu starken Einzug in solch doch private Netzwerke wie Facebook erhalten. Nicht auf schulischer Ebene. Auf privater Ebene wie gesagt, sollte das jeder für sich selbst entscheiden.

Schüler nutzen Facebook jedoch, wie bereits schon erwähnt, auch dazu, Lehrer aufgrund schulischer oder vielleicht auch privater Probleme zu kontaktieren. Sei es, dass sie in der Schule gemobbt werden oder von ihren Eltern zu Hause unter sehr starken Leistungsdruck gesetzt werden, mit dem sie nicht umgehen können. Da andere Schüler in der Pause eventuell mithören könnten, trauen sich die Schüler nicht, den Lehrer direkt anzusprechen. Der Lehrer gibt den Schülern  für solche und andere schulische Belange eine Mailadresse, unter der sie ihn jederzeit kontaktieren können. Nun haben wir jedoch wieder das Problem der Gleichberechtigung. Nicht jede Familie kann sich einen Computer leisten. Daher fände ich es eine gute Investition, wenn es an jeder Schule sagen wir mindestens fünf Computer gäbe, die den Schülern zur Nutzung bereit stehen. Und damit meine ich nicht die Computer, die hinter verschlossenen Türen für den Informatikunterricht gebrauhct werden, sondern Computer, die auch nach dem Unterricht für Schüler zugänglich sind. Somit hätten Schüler, die keinen PC zu Hause haben nicht nur  die Möglichkeit, den Lehrer per Mail zu kontaktieren, sondern auch, Material für den nächsten Kurzvortrag zu sammeln oder freie Übungsaufgaben (OER) aus dem Internet auszudrucken.

Ok, meine Gedanken zu dem Thema sind vermutlich ziemlich wirr. Ich habe einfach niedergeschrieben, was mir just in dem Moment in den Kopf kam. Ums also nochmal kurz und gut zu sagen: Ich bin für eine bedingte Schüler-Lehrer-Freundschaft auf Facebook.