Lebst du noch oder bloggst du schon?

Wie sähe eine Welt aus, in der jeder Steuerberater, jede Erzieherin, jeder Lehrer, jede Professorin, jeder Politiker bloggt?

Eine interessante Frage, zu welcher ich mir zunächst dachte: “Nicht anders als heute”. Immerhin gibts es jetzt schon zahlreiche Blogs von den verschiedensten Leuten, welche nur so darauf warten, von der richtigen Zielgruppe gelesen zu werden. Und in meinem Empfinden hat das die Welt bis dato nicht allzu prägend verändert.

Eine viel wichtigere Frage ist doch, was all diese Leute bloggen würden. Würden sie über private Dinge schreiben oder ihren Job? Wenn letzteres, würden sie Wissen in Bezug auf ihren Job vermitteln (neueste politische Entscheidungen diskutieren oder wissenschaftliche  Forschungsstände veröffentlichen) oder würden sie sich einfach nur über ihren Tag auf Arbeit auslassen? Vielleicht bloggen sie auch über ihre Hobbies oder legen einen Blog an, auf dem man über lokale Ereignisse nachlesen kann.

Zumindest sollte, wenn tatsächlich jeder Mensch bloggen würde, doch noch einmal über einen Internetminister nachgedacht werden. Gewisse Regeln sollten für das Verhalten im Internet, bzw. in Blogs gelten. Beleidigungen oder rassistische Bemerkungen sollten unterlassen werden.

Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass Politiker oder Steuerberater über wichtige interne Dinge schreiben. Ein Steuerberater kann durchaus Tipps auf seinem Blog geben, er wird aber mit Sicherheit nicht so viele Informationen unterbreiten, dass sein Job überflüssig wird.

Jedoch könnte es passieren, dass durch die zahlreichen Blogs Zeitungen und Zeitschriften überflüssig werden. Wozu noch eine Tageszeitung kaufen – der ukrainische Freund hat doch gerade erst die neusten Nachrichten zu den Revolten gepostet, wozu noch eine Fachzeitschrift kaufen, wenn man sich ein Netz aus fachlichen Blogs zusammen sammeln kann.

Eine Frage die jedoch im Raum steht: wird man genug Zeit haben, ALL diese entstehenden und entstandenen Blogs zu lesen bzw. zu kommentieren? Ich persönlich merke jetzt schon, dass meine Bachlorarbeit so viel Zeit frisst, dass das Lesen der Blogeinträge der Sooc1314-Teilnehmer leider etwas kurz kommt. Wenn ich mir nun also erst einmal 10 Blogs durchlesen muss, um einen objektiven Überblick über aktuelle weltliche Geschehnisse zu bekommen, dann greife ich vielleicht doch lieber zu Tageszeitung zurück. Diese kostet im Vergleich zu den Blogs zwar Geld, hat dafür aber die wichtigsten Geschehnisse möglichst objektiv zusammengefasst. Schwieriger verhält es sich mit Lehrbüchern – Bücher, die einm das Stricken beibringen wollen oder das Gärtnern, Rezeptebücher. Denn dazu findet man jetzt schon per einem Mausklick alles, was das Herz begehrt, ohne Geld für ein entsprechendes Buch ausgeben zu müssen.

Aber ansonsten….

Ich denke dennoch weiterhin, dass sich die Welt trotz zahlreicher Blogger nicht stark verändern wird. Abgesehen davon, dass die Menschheit wahrscheinlich immer mehr Zeit vor dem PC verbringt. Doch dazu sind keine Blogs nötig…

One thought on “Lebst du noch oder bloggst du schon?

  1. Ich stimme deiner Ansicht zu dem Thema zu, aber was ich noch einwerfen würde, ist die Frage nach der Qualität, v.a. in Bezug auf Nachrichten. Momentan ist es ja so, dass Blogger einen schlechteren Ruf haben als die traditionellen Journalisten. Die Qualität und die Glaubwürdigkeit spielen meiner Meinung nach eine wichtige Rolle bei der Nachrichtenberichterstattung. Und, weil du erwähnt hast, dass Tageszeitungen überflüssig werden würden, stellt sich für mich die Frage, ob die Blogger, die journalistisch arbeiten, an Glaubwürdigkeit gewinnen. Sind die Nachrichten von Blogs genauso qualitativ wie die der Tageszeitungsjournalisten oder verändert sich einfach das Bild der Gesellschaft? Was meinst du dazu? Ebenso verhält es sich mit der Objektivität, die du kurz erwähnt hast, denn hier stellt sich eben die Frage, ob Blogger gleich objektiv arbeiten als Journalisten.
    Die Möglichkeit auf dem jeweiligen Blog Info’s bzw. Tipps (z.B Steuerberater) zu veröffentlichen, finde ich auch sinnvoll, nur denke ich nicht, dass deren Job dann überflüssig werden würde. Es gibt so viele komplizierte Bereiche (wie eben auch der des Steuerberaters), die schwer zu überblicken sind. Nur durch Tipps würde sich nicht gleich die ganze Jobbranche auflösen. Gerade auch weil viele nicht die Zeit haben sich intensiv darüber zu beschäftigen.

    Außerdem muss ich dir bei dem Zeitproblem wirklich recht geben. In den letzten 2 Wochen war ich auch sehr im Stress und bin jetzt an diesem Wochenende erst dazu gekommen, meine Portfolio-Beiträge zu bearbeiten.

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